Dezentral & ambulant

Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und dürfen weder stigmatisiert, noch ignoriert werden.

Mit dem jetzt von der Staatsregierung vorgelegten Gesetzesentwurf steht nicht die Hilfe für psychisch kranke Menschen im Vordergrund, sondern sie werden wie Straftäter behandelt.

Ich fordere ein Psychisch-Kranken-Hilfegesetz, in dem die Menschlichkeit im Vordergrund steht. Eine psychisch Kranke Person ist nicht automatisch ein Straftäter. Dementsprechend ist es absolut illegitim, in diesem Fall personenbezogene Daten zu speichern. Dennoch ist die Dokumentation von therapeutischen Methoden, speziell Zwangsmaßnahmen, unabdingbar. Durch eine anonymisierte Psychiatrieberichterstattung können Standards gesetzt und gehalten werden, Probleme würden schneller deutlich, was zu einer erhöhten Behandlungsqualität führen würde.

Oftmals ist es so, dass die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen, viel zu hoch ist. Dem muss, mit der Festschreibung von unabhängigen Beschwerdestellen, massiv Etwas entgegengesetzt werden. Dazu gehört die flächendeckende Versorgung mit Krisendiensten. Jede Person muss zu jeder Zeit und vor allem unkompliziert an Hilfe gelangen können. Ein Beispiel hierfür ist das auf Antrag der Grünen Bezirkstagsfraktion eingeführte „Krisentelefon“, das sich an massivem Anklang erfreut und somit bezeichnend für die tatsächlich vorhandene Not von psychisch kranken Menschen ist.

Meiner Meinung nach hört die Verantwortung des Staates nicht auf, sobald der/die Patient*in die Einrichtung verlässt. Ich fordere eine ambulante Begleitung zum Übergang, im Rahmen eines Klinik-Entlassmanagements würde den Betroffenen der Sprung von der Einrichtung raus in die Welt erleichtert.