Kultur für alle!

Demokratie lebt von einem ständigen Ideenaustausch und davon, dass Bestehendes nie als unveränderbar angesehen wird. Kultur ist das Fundament der Demokratie. Sie ist dazu fähig, Horizonte zu öffnen und so die Gesellschaft vielfältig und demokratisch zu formen. Kultur ist der Rahmen, in dem sich eine Gesellschaft selbst reflektieren kann, in der das Zusammenleben hinterfragt wird. Kultur generiert gesamtgesellschaftliche Bildung sowie Lebensqualität in hohem Maße. Sie ist also eine politische Sache und die Förderung einer breiten Kulturlandschaft ein staatlicher Auftrag. Jeder Mensch muss die Möglichkeit zur Teilhabe an variablen Kulturformen haben, sie darf keine Exklusivität sein. Und dabei ist es, trotz staatlicher Subventionslenkung, absolut irrelevant ob der oder diejenige sich für Opern oder eine der reichlichen Variationen an Subkulturen interessiert. Zugänge müssen geschaffen werden, es darf nicht von der individuellen finanziellen Lage oder der des Elternhauses abhängen, in welche Kulturnische man sich einfügen kann. Kultur muss alle Gesellschaftsschichten und Interessengruppen einbeziehen. Aufgabe von Kulturpolitik ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Kreativität fördern. Dazu gehören selbstverständlich auch faire Arbeitsbedingungen für Künstler_Innen und Kreativschaffenden. Große Teile der Bevölkerung werden durch die derzeitige einseitige Kulturförderung benachteiligt. Kultursparten, die als weniger Förderungswürdig angesehen werden, sind auf sich alleine gestellt, was sich in den für viele Bevölkerungsschichten unerschwinglichen Ticketpreisen widerspiegelt.

Ich unterstütze zwar, dass über die aufwendige Förderung klassischer Kulturangebote viele Arbeitsplätze im Kulturbereich geschaffen und erhalten werden und gerade junge Menschen durch sehr günstige Eintrittspreise angeregt werden, sich klassischen Kulturangeboten zuwenden zu können. Jedoch muss es gerade dieser Altersgruppe ermöglicht werden, in gleicher Weise an allen anderen Kulturangeboten teilnehmen zu dürfen, ohne dass der Staat Einfluss darauf nimmt. Insbesondere ist es mir wichtig, dass Subkulturen stärker gefördert werden. Denn gerade diese fallen meist unter den Tisch, obwohl sie für das kulturelle Leben von Städten und Gemeinden essentiell sind. und auch alternative, freie oder neue Formen von Kultur, wie etwa Underground- oder Internetkultur, müssen respektiert und gefördert werden. Zugang zu Kunst und Kultur ist ein Recht, dass allen Menschen gleichermaßen zusteht.

Alle Menschen, unabhängig von ihrer finanziellen Situation, ihrem Geschlecht oder körperlichen ihrer Beschaffenheit müssen einbezogen und angesprochen werden, damit alle soziokulturellen Perspektiven beleuchtet werden. Das fängt bereits bei der Mittelvergabe an. Der Schlüssel sind gleiche Einkommenschancen und somit auch Entwicklungsmöglichkeiten für Institutionen, Vereine und Freischaffende jeden Geschlechts.

Im oberbayerischen Bezirkstag will ich mich speziell für die Förderung von subkulturellen Projekten einsetzen.